Kurzbeschreibung
Der Jurist und Politiker Karl Liebknecht (1871-1919), Sohn des
Sozialdemokraten Wilhelm Liebknecht, trat 1900 in die SPD ein und war
bis 1913 Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Seine offene
Kritik an Militarismus und Krieg brachte ihm wiederholt Haftstrafen ein.
Ab 1912 war er Mitglied des Reichstags, wo er den extrem linken Flügel
der SPD vertrat. Ab 1916 gab er gemeinsam mit Rosa Luxemburg die
radikalen „Spartakusbriefe“ heraus, aufgrund derer er aus der
SPD-Reichstagsfraktion ausgeschlossen wurde. Nachdem er 1916 eine
Friedensdemonstration in Berlin organisiert hatte, wurde er wegen
Hochverrats zu einer Zuchthausstrafe verurteilt und verlor sein
Reichstagsmandat. Im Oktober 1918 wird eine allgemeine Amnestie erklärt,
durch die auch Liebknecht vorzeitig entlassen wird. Gemeinsam mit Rosa
Luxemburg gründet er den sozialistischen „Spartakusbund“ und distanziert
sich sowohl von der SPD als auch der USPD, später werden beide zu
Gründungsmitgliedern der KPD. Am 9. November 1918 unternimmt er einen
Versuch, den Sozialismus als neue Staatsform in Deutschland zu
etablieren, indem er die „freie sozialistische Republik“ ausruft,
nachdem Philipp Scheidemann zwei Stunden zuvor die „deutsche Republik“
proklamiert hatte. Im Zuge des von den Spartakisten entfesselten
Januaraufstands 1919 wurde Liebknecht ebenso wie Luxemburg von
Freikorpssoldaten verhaftet, verhört und misshandelt und schließlich
erschossen. Auf diesem Bild ist Liebknecht, der zum Sprecher der
revolutionären Linken geworden war, während einer Kundgebung vor dem
Innenministerium im Januar 1919 zu sehen.