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Die Tradition der Schützenvereine in Deutschland reicht bis ins Mittelalter zurück, als sich die Bürger zusammenschlossen, um sich gegen den Adel zu schützen. Während der Weimarer Republik blieben Schützenvereine und ihre jährlichen Schützenfeste ein fester Bestandteil der lokalen Tradition, insbesondere in ländlichen Gebieten. Im Juli 1924 feierte der Schützenverein des Ortes Treuenbrietzen in Brandenburg, der in den 1920er Jahren etwa 5.700 Einwohner zählte, sein 500-jähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten fanden in typischer Volksfestmanier statt, einschließlich eines Festzugs, der lokale Traditionen zeigte, und, wie auf diesem Foto zu sehen, einer als Germania verkleideten jungen Frau auf einem geschmückten Wagen. Auf dem Bild sind auch mehrere junge Mädchen zu sehen, die als „Edelfrauen“ in Weiß gekleidet sind und Germania begleiten. Darstellungen von Germania, der Personifizierung der deutschen Nation, wurden im 19. Jahrhundert besonders populär. Wie dieses Beispiel zeigt, waren sie jedoch nicht auf Denkmäler und Gemälde beschränkt, sondern konnten als Verkörperung der deutschen Geschichte und Nation auch Teil von Volksfesten sein.

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