Kurzbeschreibung

Dieser hagiografische Film mit dem unverhohlenen Titel Der Retter gedachte der Amtseinführung Paul von Hindenburgs als zweiter Reichspräsident der Weimarer Republik am 12. Mai 1925. Die Verwendung des Begriffs „Retter“ im Titel suggerierte, dass das Land vor der Republik und ihren Mitte-Links-Politikern „gerettet“ werden musste, welche die deutschen Konservativen für sämtliche Krisen verantwortlich machten: von der militärischen Niederlage und dem Versailler Vertrag bis hin zur französisch-belgischen Besetzung des Ruhrgebiets und der Hyperinflation. In dieser Erzählung gab Hindenburg, der sich als selbstlosen Kriegshelden und Diener des Volkes darstellte, seinen Ruhestand auf und kehrte zum Wohle seines Landes ins öffentliche Leben zurück. Aufnahmen von Militärparaden und Studentenverbindungen sprachen diejenigen an, die Hindenburgs Kandidatur unterstützt hatten, und stärkten sein Image als starker Führer, der aus den tragenden Institutionen deutscher Obrigkeit hervorgegangen war. Seine Wahl war tatsächlich jedoch das Ergebnis einer Reihe unerwarteter Ereignisse, beginnend mit dem plötzlichen Tod des ersten Reichspräsidenten der Republik, des SPD-Politikers Friedrich Ebert, am 28. Februar 1925. Hindenburg kandidierte in der ersten Wahlrunde zur Bestimmung des Nachfolgers von Ebert gar nicht. Erst als keiner der Kandidaten der ersten Runde eine Mehrheit erzielen konnte, beschlossen die antirepublikanischen Konservativen, den 81-jährigen Hindenburg zu bitten, in der zweiten Runde zu kandidieren. Als Unabhängiger trat er am 26. April gegen seinen Hauptkonkurrenten Wilhelm Marx von der Zentrumspartei an und gewann knapp. Hindenburg bekleidete das Amt des Reichspräsidenten bis zu seinem Tod im August 1934, der Hitler den Weg ebnete, die präsidialen Befugnisse unter seinem neu geschaffenen Titel „Führer” zu konsolidieren.