Kurzbeschreibung

Der 15-minütige Film Aus Not geboren! beleuchtet die aus Sicht der Produzenten dringendsten Probleme der Stadtbewohner im Jahr 1930, darunter beengte Wohnverhältnisse, schlechte Ernährung, monotone Arbeit und Mangel an frischer Luft und Sonnenlicht. Letzteres gab Anlass zu besonderer Besorgnis. Ein animiertes Diagramm verdeutlicht, wie wenige Minuten ein typischer Arbeiter pro Tag im Freien verbrachte. Als Gegenmittel zum Großstadtleben preisen die Filmemacher eine Reihe persönlicher Maßnahmen und staatlicher Programme an, von Bewegung im Freien und täglichem Baden bis hin zu Kindergärten, modernen Krankenhäusern und garantiertem Mutterschaftsurlaub für junge Mütter. Insbesondere „Hygiene” versprach Erlösung – ein Begriff, unter dem hier Ernährung, Bewegung und Aufenthalt im Freien sowie Baden und Zähneputzen zusammengefasst wird. Das Deutsche Hygiene-Museum produzierte den Film, um für die Fertigstellung seines beeindruckenden neuen Gebäudes in Dresden im Jahr 1930 und die bevorstehende Internationale Hygiene-Ausstellung 1931 zu werben. Das 1912 gegründete Museum wollte die Öffentlichkeit darüber aufklären, wie man „ein vernünftiges und gesundheitsförderndes" Leben führt, wie es sein Gründer, der Mundwasser-Mogul August Lingner, formulierte. Er glaubte, dass Krankheiten sowohl soziale als auch biologische Ursachen hatten, eine Vorstellung, die tief in den deutschen Wissenschafts- und Reformbewegungen der Jahrhundertwende verwurzelt war.

Werbefilm für die Internationale Hygieneausstellung in Dresden (1930)

Quelle

Quelle: Aus Not geboren!, Produktion: Filmstelle der Internationalen Hygiene-Ausstellung, Dresden, 1930. Bundesarchiv Filmarchiv Filmwerk ID: 157  BArch 40952_1_Aus_Not - Digitaler Lesesaal

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