Kurzbeschreibung

Diese Szenen zeigen einige der vielen Anwendungen, die im Bilz-Sanatorium in Oberlössnitz in der Nähe von Dresden angeboten wurden. Der Gesundheitsapostel Friedrich Eduard Bilz gründete diese Einrichtung 1892, nachdem er mit seinem Selbsthilfebuch „Lehrbuch der naturgemäßen Heilweise und Gesundheitspflege” einen Bestseller veröffentlicht hatte, der ihn zu einem vermögenden Mann machte. Der Dresdner Filmproduzent Fritz Boehner, der sich auf Werbefilme spezialisiert hatte, produzierte diesen Film , der für die „Licht- und Luftbäder” und andere angeblich wohltuende Angebote in Bilz' Einrichtung warb im Jahr 1926. Wie so viele andere Verfechter einer natürlichen und hygienischen Lebensweise, die zu dieser Zeit die wachsende „Lebensreformbewegung” bildeten, hatte Bilz keinerlei medizinische Ausbildung. Seine Praxis beruhte stattdessen auf einer selbst entwickelten Methode, Wasser und Sonnenlicht zu nutzen, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu stärken – eine Methode, die von den meisten Medizinern der Zeit als Quacksalberei angesehen wurde. Bilz und seine Mitstreiter sahen in ihren Praktiken jedoch ein Gegenmittel gegen die physischen und psychischen Beschwerden, die durch die Industriegesellschaft mit ihren überfüllten Städten und ihrem hektischen Tempo verursacht wurden. Dresden spielte in dieser Lebensreformbewegung eine besonders wichtige Rolle, da hier 1911 die erste Internationale Hygieneausstellung stattfand und ein Jahr später das Deutsche Hygienemuseum gegründet wurde. Bilz hatte die Ausstellung 1911 besucht und dort eine Maschine zur Erzeugung künstlicher Wellen gesehen, die ihn dazu inspirierte, eine ähnliche Maschine in seiner eigenen Einrichtung installieren zu lassen, wie in diesem Ausschnitt zu sehen ist.

Licht, Luft und Wasser: Werbefilm für das Bilz-Sanatorium in Oberlößnitz (1926)

Quelle

Quelle: Licht, Luft und Wasser (Ausschnitte), Produktion: Boehner Film, 1926. Bundesarchiv Filmarchiv Filmwerk ID: 6313.
https://digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de/video/6313/680719

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