Kurzbeschreibung

Dieser kurze Ausschnitt aus einer Deuligton-Wochenschau  aus dem Jahr 1932 gibt einen Einblick in die Herstellung von Puppen und Stofftieren in Sonneberg im südlichen Thüringen. Die Bilder und der Kommentar legen nahe, dass die Spielzeugproduktion – trotz der sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage in diesem Jahr, als die Arbeitslosigkeit in Deutschland auf ein Rekordniveau stieg – zu Beginn der Weihnachtszeit ein florierender Wirtschaftszweig blieb. Ein Großteil der Spielzeuge wurde noch von Hand gefertigt. Diese Aufnahmen zeigen einen Arbeiter, der Gummi in Formen für Puppenkörper gießt. Anfang der 1930er Jahre blickte die Puppenproduktion in Sonneberg bereits auf eine fast hundertjährige Tradition zurück. Im Jahr 1850 wurde die weltweit erste Babypuppe, der „Sonneberger Täufling“, hergestellt, und in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg erarbeitete sich Sonneberg die Beinamen „Weltspielwarenstadt“ und „Werkstatt des Weihnachtsmanns“. Schließlich produzierte diese Stadt mit weniger als 20.000 Einwohnern ein Fünftel der weltweit gehandelten Spielzeuge und Puppen und spielte in den 1920er Jahren zudem eine führende Rolle auf dem Teddybärenmarkt. Während ein Teil der Produktion in Fabriken erfolgte, führten die Arbeiter viele der Fertigungsprozesse – darunter das Formen und Pressen der Teile für Puppen, Bauernhoftiere und anderes Spielzeug – weiterhin in Heimarbeit durch. Selbst in einer modernen Industrienation wie Deutschland hatte die Heimarbeit also bis weit ins 20. Jahrhundert hinein Bestand.

Spielzeugherstellung in Thüringen (November 1932)

Quelle

Sprecher: Die Vorboten des Weihnachtsfestes melden sich. In den Spielzeugfabriken von Sonneberg in Thüringen herrscht jetzt Hochbetrieb.
 

Quelle: Deuligton-Woche Nr. 45 (Ausschnitt), November 1932. Bundesarchiv Filmarchiv Filmwerk ID: 57663. https://digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de/video/57663/666851

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