Quelle
Brüderlich vereinigung etlicher Kinder Gottes, sieben artikel betreffend.
Item, ein Sendbrieff Michaels Sattlers, an ein gemein Gottes, sampt kurzem, doch wahrhafftigen anzeig, wie er seine leer zu Rottenburg am Necker, mit seinem blut bezeuget hat.
Freud, fried, und barmherzigkeit, von unserem Vater, durch die vereinigung des blutes Christi Jesu, mit sampt den gaben des Geistes, der vom Vater gesend wird, allen Gleubigen zu sterke und trost, und bestendigkeit in aller trübsal, bis an das ende, Amen. Sey mit allen liebabern Gottes, und Kindern des Liechtes, welche zerstrewt sind, allenthalben, wo sie von Gott unserem Vater verordnet sind, wo sie versamlet seind einmütiglich, inn einem Gott unnd Vater unser aller, Genade und fried im Herzen sey mit euch allen, Amen.
Lieben in dem Herren, Brüder und Schwestern, Uns ist alwege zum ersten und fürnemsten angelegen, Ewer trost und versicherung eweres Gewissens, welches etwan verwirret was, da mit ir nicht immer als die auslendigen von uns gesondert würden, und schier vast ausgeschlossen nach billigkeit, sondern das ihr euch widerumb wenden möchten zu den waren eingepflanzten gliedern Christi, die da gerüstet werden durch gedültigkeit, und erkennung sein selbs, und also widerumb mit uns vereinbart würden in der krafft eines Göttlichen Christlichen Geists und eifers nach Gott.
Es ist auch offenbar, mit was tausent listigkeit der Teuffel uns abgewendet hab, damit er inen das werck Gottes, welches inn uns zum theyl barmherziglich und gnediglich angehebt ist worden, zerstöre unnd zu boden richt. Aber der trewe Hirt unser Seelen Christus, der solchs angehabé hat in uns, der wird dasselbe bis an das ende richten und leren, zu seiner ehr und unserm heil, Amen.
Lieben Brüder und Schwestern, wir, die da versamlet sind gewesen im Herrn, zu Schlaten am Randen, mit einander in stücken und artickeln, thun kunt allen liebabern Gottes, das wir vereinigt sind worden, So uns betreffen im Herre zu halten, als die gehorsamen Gottes Kinder und Söne und Töchtern, die da abgesondert sind, und sollen sein von der welt, in alweg thun und lassen, und Gott sey einig preis un lob, ohne aller Brüder widersprechen ganz wol zufrieden. In solchem haben wir gespüret die einigkeit des Vatters, und unsers gemeinen Christi, mit irem geist mit uns gewesen sein, Dann der Herr ist der Herr des friedes und und nit des zancks, wie Paulus anzeygt, Das ir aber verstanden, in was artickeln solchs geschehen sey, sollen ir mercken und versthon.
Es ist von etlichen falschen brüdern unter uns grosse ergernis ein gefürt worden, das sich etlich von dem Glauben abgewendedt haben, in dem sie vermeint haben, die freyheit des Geystes unnd Christi, sich uben unnd brauchen, solche aber haben gefehlet der wahrheit, unnd seindt ergeben worden (zu irem urtheil) der geylheyt unnd freyheyt des fleisches, und haben geachtet, der glaub und lieb mög es alles thun und leiden, und inen nichts schaden noch verdamlich sein, dieweil sie also glaubig seyen.
Merckent ir glieder Gottes in Christo Jesu, der glaub an himelischen Vater, durch Jesum Christum ist nicht also gestalt, wircket und handelt nicht solche ding, so diese falsche brüder und schwestern handelen und leren, hüten euch und seint gemant vor solchen, dann sie dienen nicht unserm Vater, sonder irem Vater dem Teuffel.
Aber ir nicht also, dann die da Christi seint, die haben ir fleisch gecreuziget mit sampt allen gelüsten und begierden, ir verstan mich wol, unn die brüder welche wir meynen, Absonderteuch von inen, denn die sie sind verkehrt. Bittend den Herren umb ire erkantnus zur busse, und uns umb bestendigkeit, den angegriffnen weg führt zu wandeln, nach der Ehr Gottes, und seines Sons Christi, Amen.
Die artickel so wir gehandelt haben/ unnd in denen wir eins worden, sein diese.
1.Tauff. 2.Ban. 3. Brechung des Brots. Absunderung von greweln. 5. Hirten in der gemeyn. 6. Schwert. und der 7. Eyd.
Zum ersten, So mercked von dem Tauffe.
Der Tauff folg geben werden allen denen so gelernt seind die bus unnd enderung des lebens, unnd glauben in der warheit, das ire sünd durch Christum hinweggenomen seyen, un allen denen, so wöllen wandeln in der aufferstehung Jesu Christi, auff das sie mit im auffestehn mögen, und allen denen so es in solcher meynung von uns begeren und fordern, durch sich selbs. Mit dem werden ausgschlossen alle kinder tauff, des Bapsts höchste und erste grewel. Solches habt ir grund unnd zeugnus der Schrift, un brauch der Apostel, Matt. 27. Marc.16. Art.2. 8. 16. 19. Des wöllen wir uns eynfaltiglich, doch festiglich, halten und versichert seyn.
Zu andern, Seind wir vereiniget worden von dem Bann, also, Der Bann sol gebrauch werden mit allen denen, so sich dem Herrn ergeben haben, nachzuwandeln in seinen geboten, und mit allen denen, die in einem leib Christi getaufft sein worden, und sich lassen brüder oder schwester nennen, und doch etwan entschlipffen, unnd fallen in ein fal und sünd, und unwissentlich uber eilt werden. Die selben sollen vermant werden zum andernmal heymlich, und zum drittemal offentlich, vor aller gemeyn getrafft oder gebant werden nach dem befehl Christi, Matth. 18. Solches aber sol geschehen nach ordenung des Geist Gottes vor dem brotbrechen, damit wor einmütiglich und in einer liebe von eynem brotbrechen unnd essen mögen, unnd von eynem Kelch trincken.
Zum dritten, In dem Brodbrechen seind wir eynes worden und vereinbaret, Alle die ein Brodbrechen wollen, zur gedechtnus des brochnen Leibes Christi, Unnd alle die von einem tranck trincken wollen zu einer gedechtnus, des vergossenen blutes Christi, die sollen vorhin vereiniget sein in einem leibe Christi, das ist, in die Gemeine Gottes, auff welchem Christus das Haupt ist, nemlichen, durch den Tauffe, Dann wie Paulus anzeiget, so mögen wir nicht auff einmal teilhaftig sein des HERREN Tisch unnd der Teuffel Tisch, Wir mögen auch nicht auff einmal theilhfftig sein, und trincken von des HERRN Kelch, und des Teufels kelch, das ist alle die gemeinschaft haben mit den todten wercken der finsternus, die haben kein theil am liecht, also alle die dem Teuffel folgen und der welt, die haben kein theil mit denen die zu Gott aus der Welt beruffen seyn, alle die in dem argen ligen, die haben kein theil an dem guten.
Also auch sol und mus seyn, welchen nicht hat die beruffung eins Gottes zu einem glauben, zu einem Tauff, zu einem Geist, zu einem Leib, mit allen kindern Gottes gemein, der mag auch nit mit ein ein Brot gemacht werden, wie denn seyn mus, wo man das Brot in der warheit, nach dem befelch Christi brechen will.
Zum vierden, seind wir vereyniget worden von der absunderung. Sol geschehen von dem bösen und dem argen, das der Teuffel in der Welt gepflanzt hat, also, allein das wir nicht gemeinschaft mit inen haben, unnd mit inen lauffen in die gemenge irer greuweln, das ist also/ Dieweil alle (die nit getretten seyn, in die gehorsam des glaubens, und die gehorsam des glaubens, und die sich nicht vereynigt haben mit Gott, as sie seinen willen thn wollen) ein grosser grewel vor Gott sein, so kann und mag anders nicht von inen wachsen oder entspringen dann grewlich ding. Nun ist je nichts anders in aller creatur, dann guts und böses, glaubig unnd unglaubig finsternus unnd liecht, Welt, und die aus der Welt sind, Tempel Gottes und die Götzen, Christus und Belial, und keynes maf mit dem andern theyl haben.
Nu ist uns auch das gebot des Herrn offenbar, in welchem er uns heist abgesundert sein und werden von dem bösen, so wöl er unser Gott sein, und werden wir seine Söne und töchter sein.
Weiter vermant er uns daurmb von Babylon, und dem irdischen Egypto auszugon, das wir nicht auch theyhafftig werden irer qual, und leiden, so der Herr uber sie füren würt.
Aus dem allem sollen wir lerne das alles, was it mit unserm Gott unnd Christo vereyngt ist nichts anders sei, Dann die grewel, welche wir meiden sollen und fliehen. In dem werden vermeint alle Bepstlich unnd widerbepstliche werck, und Gottes dienste, versamelung, kirchgang, Weinheuser, Burgerschafften, und verpflichtung des unglaubens, unnd andere mehr der gleichen, die dann die welt für hoch helt, und doch stracks wider den befelch Gottes gehandelt werden, nach der mas aller ungerechtigkeiten, die in der welt ist. Von diesem allem sollen wir abgesundert werden, und kein theil mit solchen haben, dann es sein eitel grewel, die uns verhasset machen vor unserem Christo Jesu, welcher uns entledigt hat von der dienstbarkeit des Fleisches, unnd uns gschickt gemacht dem dienst Gottes durch den Geist, welchen er uns geben hat.
Allso werden nu auch von uns angezweifelt die unchristlichen, auch teuffelischen waffen des gewalts fallen, als da seint Schwert, Harnasch, und dergleichen, und aller irer brauch für freunde, oder wider die Feind, in krafft des worts Christi, Ir söllend dem ubel nit widerstan.
Zum fünften, seind wir vereyniger worden von den Hirten in der gemein Gottes also Der Hirt in der gemein Gottes sol einer sein nach der ordnung Pauli, ganz und gar der ein gut zeugnus hab, von denen die ausser dem glauben seind. Solches ampt sol sein lesen, vermanen und leren, manen, straffen, bannen, in der gemein, und allen Brüdern und Schwestern zur besserung vorbeten, das Brot anheben zu brechen, und in allen dingen des Leibs Christi acht haben, das er gebawr unnd gebessert wird, und dem lesterer der Mund werde verstopfft.
Dieser aber sol erhalten werden, wo er mangel haben würd, von der gemein welche in erwehlt hat, damit welcher dem Evangelio dienet, von demselben auch lebe, wie der Herr verordnet hat. So aber ein Hirt etwas handlen würd, das zu straffen were, soll mit im nichts gehandelt werden on zween oder dreyen zeugen, Und so sie sünden, sollen sie vor allen gestrafft werden, damit die anderen forcht haben.
So aber dieser Hirt vertrieben, oder durch das creuz dem Herrn hingefürt würd, soll von stundan ein anderer an die stat verordnet werden, damit das Völcklein un heufflein Gottes nich zerstört werden.
Zum sechsten sein wir vereiniget worden von dem Schwert, also, Das Schwert ist ein Gottes ordnung, ausserhalb der volkomenheit Christi, welches den Bösen straffet unnd tödtet, und den Guten schützet und schirmet. Im Gesatz wird das Schwert geordnet, uber die Bösen zur Straffe, und zum todt, und dasselbige zubrauchen, sind geordnet die weltlichen Oberkeiten.
In der volkomenheit Christi aber, wird der Bann gebraucht, allein zu einer manung und ausschliessung des der gesündet hat on todt des fleisches, allein durch die manung und den befelh, nicht mehr zu sündigen.
Nu wird gefragt von vielen, die nicht erkennen den willen Christi, die nicht erkennen den willen Christi möge oder sol das Schwert brauchen, gegen dem bösen, umb des guten Schutz und schirm willen, oder umb der liebe willen:
Antwort ist offenbart einmütiglich also, Christus lert und befilcht uns, ds wir von im lernen sollen, dann er sey milt, und von herzen demütig, und so werden wir rhu finden unser Selen.. Nun saget Christus zum Heidnischen Weiblin, das im Ehebruch begriffen worden was, nicht das man es versteinigen solt, nach dem Gesatze seines Vaters (und er doch saget, Wie mir der Vater befohlen hat, also thu ich ) sonder der barmherzigkeit und verzeihung, und manung, nicht mehr zu sünden, und sprich, gang hin, unnd sünde nit mehr, Solches sollen wir uns genzlich auch halten, nach der Regel des Bannes.
Zum andern wirt gefragt, des Schwerts halben, Ob ein Christ sol urtheil sprechen in weltlichen zanck und spen, so die ungleubigen mit einander haben: Ist das die eynige antwort Christus hat nicht wöllen entscheiden oder urtheilen zwischen Brüder des erbtheils halben, sonder hat sich desselben gewidert, also sollen wir ihm auch thun.
Zum dritten, wird gefragt des Schwerts halben, Soll das ein Oberkeit sein, so einer dazu erwehlt wirt: Dem wirt also geantwort, Christus hat sollen gemacht werden zu einem König, und er ist geflohen, und hat nicht angesehen die ordnung seines Vaters, also sollen wir im auch thun, und im nachlauffen, so werden wir nicht in der finsternus wandeln/ dann er sagt selbs, welcher, nach mir kommen wöl, der verleugne sich selbs, und neme sein creuz auff sich und folge mir nach. Auch verbeut er selbst, den gewalt des schwerts und sagt, Die weltlichen Fürsten herrschen, etc. ir aber nit also. Weiter sagt Paulus, Welche Gott versehen hat, die hat es auch verordnet, das sie gleichherrig sein sollen dem ebenbild seins Sons, etc. Auch sagt Petrus, Christus hat gelitten, nit geherschet, und hat uns ein ebenbild gelassen/ das ir solt nachfolgen seinen fusstapffen.
Zu letzt wird gemerkt, das es dem Christen nicht mag zimen ein Oberkeit zu sein in den stücken, Der Obrer regiment ist nach dem fleisch, so ist der Christ nach dem Geist, ir heuser und wonung ist leiblich, in dieser welt, so ist der Christen im himel, ir burgerschafft ist in dieser welt, so ist der Christen burgerschaff im himmel, ihres streits und kriegs waffen sein fleischlich, unnd allein wider das Fleisch, der Christen waffen aber seind geistlich, wider die befestigunge des Teuffels, Die weltlichen werden gewapnet mit stahel und eisen, aber die Christen send gewapnet mit dem harnisch Gottes, mit warheit, gerechtigkeit, fried, glauben, heil, und mit dem wort Gottes. In summa, Was Chistus unser heupt auff uns gesinnet ist, das alles sollen die glieder des leibe Christi durch in gesinnet sein, damit keine spaltung in dem leib sey, dardurch er zerstöret werde, denn ein igliches reich das in im selbs zerteilt ist, wird zerstöret werden. So nun Chrisus also ist, wie von im geschrieben stehet, so müssen die glieder auch also sein, damit sein leib ganz und einig bleib, zu seiner selbes besserung und erbawung.
Zum siebenden, seind wir vereiniget worden von dem eyd, also, Der eyd ist ein befestigung unter denen, die da zancken, oder verheissen, und ist im Gesatz geheissen worden, das er sol geschehen, bey dem namen Gottes, allein war hafftig, und nit falsch. Christus der die vollkommenheit des Gesatzes leret, verbeut den seinen alles schweren, weder reche noch falsch, weder beym Himel, noch bey dem Erdreich, noch bey Jerusalem, noch bey unserm Haupt und das umb der ursach willen, wie er bald hernacher spricht, Dann ir mögen nicht ein haar weis oder schwarz machen. Sehend zu, darumb ist alles schweren verbotten, dan wir mögen nicht, das in dem schwerenverheissen wirt, erstatten, dieweil wir das aller geringst an uns, nit mögen endern.
Nun sind etlich, die dem eynfeltigen gebot Gottes nicht glauben geben, sonder sie sagen unnd fragen also, Ey nun hat Gott dem Abraham geschworen, durch sich selbs, dieweil er Gott was, (da er im verhies, das er im wol wölt, und wölt sein Gott sein, so er seine gebot hielt ) warumb solt ich dann nicht auch schweren, so ich einem etwas verhies: Antwort, Höre was die Schrifft sagt, Gott da er wolt den erben der verheissung uberschwencklich beweisen, das sein rath nicht wancket, hat er einen Eyde darzwischen gelegt, auff das wir durch zwey unwanckliche ding ( dardurch es unmöglich ist, das Gott liege) ein starken trost haben. Merck den Verstand dieser geschrifft, Gott hat gewalt zu thun das er dir verbeut, dann es ist im alles müglich. Gott hat dem Abraham geschworen einen eid, sagt die Schrifft, darumb das er beweise, das sein rhat nicht wancket, das ist, Es mocht im niemand seinem willen understahn und hindern, und darumb mocht er den eid halten, Wir aber mögen nichts, wie droben von Christo gesaget ist, das wie den halten oder leisten, darumb sollen wir nichts schweren.
Nu sagen etlich weiter also, Es sey nit bey Gott verbotten zu schweren, in dem newen Testament, und doch im alten gebotten, Sonder sey allein bey den Himel, Erdrich, Jerusalem, und bey unserm Haupt verbotten zu schweren. Antwort, höre die Schrifft, Wer da schweret bey dem Himel, der schweret bey dem stul Gottes, und bey dem der darauff sizet. Merck, schweren bey dem Himel, ist verbotten, der nu ein stul Gottes ist, wie viel mehr ist verbotten bey Gott selbs? Ir narren und blinden, was ist grösser, der Stul oder der darauff sizet?
Noch sagen etlich, wann nu das unrecht ist, wann man Gott zu der warheit braucht, so habe Apostel Petrus und Paulus auch geschworen. Antwort, Petrus und Paulus zeuge allein das, welches von Gott dem Abraham durch den eid verheissen was, und sie selbs verheissen nichts, als die exempel klar anzeigen. Zeugen aber und schweren ist zweierley, Dann so man schweret, so verheisst man erst künfftig ding, wie dem Abrahe Christus verheissen ist worden, welchen wir lange zeit hernach entpfangen haben. So man aber zeuget, so zeyget man an das gegenwertig, ob es gut oder bös sey, wie der Simeon von Christo zu Maria sprach unnd zeuget, Sihe, dieser wirt gesezt zu einem fall und aufferstehung vieler in Israel, und zu einem zeichen dem widersprochen wirt.
Dergleichen hat uns Christus auch gelert, da er sagt, Ewer rede sol sein ja, ja, und nein, nein, dann was uber das ist, ist von argem. Er sagt, Ewer rede oder wort sol sein ja und nein Das man nit verstahn wölle, das er die meinung zugelassen hab. Christus ist eynfeltig ja und nein, unnd alle die in eynfeltig suchen, werden sein Wort verstahn, Amen.
Liebe Brüder und Schwestern im Herren, das sind die Artickel, die etlich Brüder bisher irrig, und den waren verstand ungleich verstanden haben, unnd damit viel schwacher gewissen verwirret, dadurch der nam Gottes gar gröslich verlestert ist worden, darumb dann not ist gewesen, das wir vereynigt sind worden im herrn, Gor sey lob und preis, wie dann geschehen ist.
Nu, dieweil ir reichlich verstanden habt, den willen Gottes jez mal durch uns geoffenbart sein, wirt not sein, das ir den erkannten willen Gottes harriglich, unabgewelzt vollnbringen, Dann ir wisset wl, was dem Knecht zu lohn gehört der da wissentlich sündet.
Alles was is unwissentlich gethan und bekannt, haben unrecht gehandelt, das ist euch verzihen durch das gleubig Gebet, welches in uns in der versammlung verbracht ist für unser aller fehle und Schuld, durch die genedige verzeihung Gottes, und durch das blut Jesu Christi, Amen.
Habent acht auff alle die nicht wandlen nach der einfaltikeit Göttlicher warheit, die in diesem brieffe begriffen ist von uns in der versammlung, damit jedermann geregieret werde unter uns, durch die regel des Bans, und furohin verhüt werde dee falschen Brüder und Schwestern zugang unter uns.
Sondert ab von euch was bös ist, so wilder Herr ewer Gott sein, und ir wedent seine Sne und Töchter sein.
Lieben Brüder, seid eingedenck was Paulus seinen Titum vermanet, Er spricht also, Die heilsam gnad Gottes ist erschienenallen, und züchtiget uns, das wir sollen verleugnen das ungöttlich wesen, und die weltlichen lüste, und züchtigt, gerecht, und Gott selig leben in dieser Welt, und warten auff diesebige Hoffnung und erscheinunge der herrligkeit de grossen Gottes, und unsers heilandes Jhesu Christi, der sich selbs für uns gegeben hat, auff das er uns erlöset von aller Ungerechtigkeit, unnd reiniget ihm selbs ein Volck zum eigenthumb, das da eifferig were zu guten Wercken. Das bedencket, unnd seient des geübet, so wird der Herr des friedens mit euch sein.
Der nam Gottes sei ewig gebenedeyet und hochgelobet, Amen. Der Herr gebe euch seinen frieden, Amen.
Acta Schlatten am Randen auff Matthie [21 September], Anno M.D.XXVII.
Quelle: Die Schleitheimer Artikel (1527), Museum Schleitheim. Online verfügbar unter: https://www.museum-schleitheim.ch/geschichte/taeuferbekenntnis_1.htm.