Kurzbeschreibung
Der Arbeiterführer und KPD-Funktionär Ernst Thälmann (1886-1944), der
im Hamburger Arbeitermilieu aufgewachsen war, trat 1903 der SPD bei und
wechselte später zur USPD. 1920 schloss er sich der neu gegründeten KPD
an, innerhalb derer er schnell aufstieg. Von 1924 bis 1933 war Thälmann
Mitglied des Reichstages und wurde 1925 als Kandidat der KPD zur
Reichspräsidentenwahl aufgestellt. Mit direkter Unterstützung Stalins
vollzog Thälmann als Parteivorsitzender die „Bolschewisierung der KPD“,
als deren Konsequenz in den späten 1920er Jahren die Sozialdemokraten
zum Hauptfeind der Kommunisten erklärt wurden. Die Gefahr, die von den
Nationalsozialisten für die Kommunisten und andere Linksparteien
ausgehen sollte, verkannte er hingegen. Nach der NS-Machtübernahme wurde
Thälmann im März 1933 verhaftet und nach 11 Jahren Haft schließlich im
August 1944 im KZ Buchenwald erschossen. In der DDR wurde Thälmann
später zum Inbegriff des kommunistischen Widerstandskämpfers
stilisiert.
Dieses Bild zeigt Thälmann in der Uniform des paramilitärischen Roten
Frontkämpferbundes, dessen Vorsitzender er ebenfalls war, bei der
Einweihung des Revolutionsdenkmals am 13. Juni 1926 auf dem Friedhof
Berlin-Friedrichsfelde. Seit der Beisetzung des bekannten SPD-Politikers
Wilhelm Liebknecht war der Friedhof in Friedrichsfelde zur zentralen
Begräbnisstätte für Sozialdemokraten und Sozialisten geworden, auf dem
auch dessen Sohn Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, sowie die
Revolutionsopfer beigesetzt wurden. Die KPD rief jährlich zu
Gedenkveranstaltungen für die Revolutionsopfer auf und initiierte
schließlich den Bau des hier zu sehenden Denkmals. Der Entwurf des
kubischen Denkmals aus dunklem Klinker stammte von dem Architekten
Ludwig Mies van der Rohe. Es war aus mehreren gegeneinander versetzten
Quadern aufgebaut und sowohl mit einer Fahnenstange als auch dem
Sowjetstern versehen. Nicht auf diesem Bild zu sehen ist die Inschrift
„Ich war. Ich bin. Ich werde sein“, ein Zitat Ferdinand Freiligraths,
das einen Bezug zur Revolution von 1848 herstellte. 1935 wurde das
Denkmal von den Nationalsozialisten entfernt. Die SED-Regierung ließ an
seinem Ort 1983 ein Erinnerungsmal aufstellen.