Kurzbeschreibung
Der Vertrag von Versailles (1919) sah die vorübergehende Besetzung
des Rheinlandes durch alliierte Truppen und dessen spätere
Entmilitarisierung vor. Die Besetzung sollte die Reparationszahlungen
Deutschlands sichern und gleichzeitig eine Pufferzone schaffen, um
Frankreich und Belgien vor zukünftigen deutschen Angriffen zu schützen.
Wie auf dieser Karte zu sehen ist, gab es drei Besatzungszonen: eine
Zone um Köln und um Aachen (belgisch und britisch), eine Zone, die
Koblenz umfasste (amerikanisch, französisch), und eine große Zone, die
Mainz und Trier umfasste (französisch). Die Interalliierte
Rheinlandkommission (IRKO) mit Sitz in Koblenz war für die Verwaltung
der alliierten Besatzung zuständig. Die Besatzungszeit begann offiziell
nach Inkrafttreten des Versailler Vertrags im Jahr 1920 und endete mit
der schrittweisen Aufhebung der Besatzung und der Räumung der Mainzer
Zone im Juni 1930. Dargestellt sind auch die Gebiete um Duisburg und
Essen, die von 1923 bis 1925 von französischen und belgischen Truppen
besetzt waren (Ruhrbesetzung), um Reparationszahlungen nach dem Ersten
Weltkrieg einzufordern und die Kohle- und Stahlproduktion zu
kontrollieren. Französische Truppen besetzten von 1920-1929/30 zudem
Teile Hessens, darunter Frankfurt und einige umliegende Gebiete. Der
Versailler Vertrag stellte das Saarland von 1920 bis zur Volksabstimmung
1935 unter das Mandat des Völkerbundes.