Quelle

Quelle: Foto, ca. 1935. Fotograf: Walter Köster. Landesarchiv Berlin.
Das Hauptquartier der „Aktion T4“ befand sich in einer luxuriösen Villa aus dem späten 19. Jahrhundert in der Tiergartenstraße, gegenüber der gleichnamigen großen Grünanlage in Berlin. 1890 für den wohlhabenden Bankier Valentin Weissbach fertiggestellt, wurde das Gebäude 1909 an den erfolgreichen jüdischen Fabrikanten Georg Liebermann, den Bruder des deutschen impressionistischen Malers Max Liebermann, verkauft. Nach 1933 beschlagnahmte die SA die Villa, deren Fassade im Bild unten zu sehen ist. Im Jahr 1940 wurde das Gebäude ausgewählt, um die Verwaltungs- und Koordinationsbüros des „Euthanasieprogramms“ der Nazis zu beherbergen. Ähnlich der wohlhabenden Umgebung am Wannsee, in der die Nazis die Pläne für den Völkermord an den europäischen Juden beschlossen, wurde auch hier ein bürgerliches Umfeld zur Zentrale des „Gnadentötungsprogramms“. Während das T4-Personal den effizienten Ablauf der Ermordung von Behinderten und unheilbar Kranken in ganz Deutschland durch das NS-Regime sicherstellte, waren sie von prächtigen Innenräumen mit maßgefertigten Möbeln und prunkvollen Kristallleuchtern umgeben. Nach öffentlicher Kritik wurde das Programm im Jahr 1941 zwar zurückgefahren, doch wurde das T4-Programm in dieser Villa bis zum Ende des Krieges fortgeführt, als das Gebäude erheblich beschädigt und schließlich 1946 abgerissen wurde.

Quelle: Foto, ca. 1935. Fotograf: Walter Köster. Landesarchiv Berlin.